Chronik der Schützenbruderschaft

Die St.- Seb.- Schützenbruderschaft Kelberg 1629 e.V.

 

 

 

Im dreißigjährigen Krieg, in der Zeit, in der hier im Kelberger Raum die Soldaten, Plünderer und die Pest wüteten, wurde in Kelberg die St.- Sebastianus- Rochus-Schützenbruderschaft gegründet. In den Visitationsakten des Domarchivs in Köln ist der 22.09.1629 als Gründungsdatum aufgeführt. Es ist die Zeit nach dem Konzil von Trient, in der das religiöse Leben einen großen Aufschwung erlebte. Der Hl. Sebastianus wurde von je her als Schutzheiliger gegen Krieg und Pest verehrt.

Es ist anzunehmen, dass die Bruderschaft somit aus religiösen Gründen und aus Nachbarschaftshilfe entstanden ist. Die Visitationsakten im Domarchiv in Köln wissen weiter, dass der Bruderschaftstag am Montag nach dem Sonntag Lätare gehalten wurde. Am Namensfest wurde immer eine hl. Messe für die lebenden- und am Tag danach eine hl. Messe für die verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft gefeiert. In den Visitationsakten von 1753 des Trierer Domarchivs ist erwähnt, dass sich die Bruderschaft verpflichtet hat, jährlich eine Singmesse am Hauptaltar und eine Lesemesse am Seitenaltar, Katharinenaltar oder auch „Altar der tausend armen Seelen“ genannt zu feiern.

 

 

 

Im Buch „Geschichte der zum ehemaligen kölnischen Eifeldekanat gehörenden Pfarreien“ schreibt Pfarrer Schug: Die Bruderschaft vom hl. Sebastian und Rochas erreichte ein sehr hohes Alter. Sie wurde von der jetzigen Bruderschaft 1932 wieder neu belebt.

 

 

 

Am 06.April 1932 fand die Gründerversammlung der St. Sebastianus Schützenbruderschaft statt. Bereits am 17. April war eine Geländebesichtigung für den Bau des Schießstandes statt. Pfarrer Kops war von Anfang an und beteiligte sich stark an der Gestaltung des Vereins.

 

 

 

Am 5. Mai fand bereits das erste Preisschießen mit 6 mm Munition statt. Am 25.07.1932 wurde mit dem Bau des Schießstandes im „Totental“ am Fuße des Schwarzenbergs begonnen. Bereits am 26.März 1933 wurde der Schießstand eingeweiht. Bei dieser Feier gab man sich das Geleitwort „Treue zur Kirche, zur Heimat und Vaterland“.

 

 

 

Neben dem großen Aufschwung, den die Bruderschaft derzeit erlebte, stellten sich auch die ersten  Hindernisse ein.

 

Hier ein Bericht des Landjägereipostens zu Kelberg vom 2. Juli 1933:

 

„An die Polizeibehörde in Kelberg

 

 

 

Bericht:

 

Am 2. Juli 1933 wurde in Kelberg auf Verfügung des Herrn Landrats vom 1.7.1933 ( Betr., Schließung der Geschäftsstellen, Sicherstellung des Inventars und Vermögens der katholischen Jungmännerverbände von der Schützenabteilung „Sebastian Kelberg“ nachfolgendes Inventar und Vermögen sicher gestellt:

 

1.      1 Mauser Kleinkalibergewehr mit Hülle und Riemen Nr. 79562

 

2.      350 Patronen

 

3.      1 grün-weißer Wimpel

 

4.      Quittungen pp.         5. Bargeld 66,18 RM. Unter diesem Betrag befinden sich 40 RM die die Fa. Müller, Kelberg für geliefertes Holz zu erhalten hat. Fa. Müller hat das Geld erhalten, da noch keine Rechnung vorlag, hat der Verein das Geld bei der Fa. Müller zurückgenommen und mir übergeben.

 

5.      Friedrichs Oberlandjäger a. Pr.“

 

 

 

In der Zeitschrift „Der Schützenbruder“ vom November, „Mitteilungsblatt der Erzbruderschaft vom Hl. Sebastian“ steht, dass die St.- Sebastianus-Schützenbruderschaft Kelberg, Kreis Mayen unter der Mitglieds- Nr. 76 eingetragen ist.

 

 

 

Nach dem man erklärte, dass die Bruderschaft dem Bund der Erzdiözese und als Wehrsportgruppe dem deutschen Schützenbund angeschlossen sei erhielt man am 19.01.1934 für den 21.01.34 eine neue Genehmigung.

 

 

 

Durch den Kriegsausbruch 1939 kam die Bruderschaft ganz zum Erliegen.

 

 

 

Am 20. Januar 1954 trafen sich ehemalige Mitglieder und neue Interessente zur Wiederbelebung der Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft. Es waren 12 Personen. Am 09.Februar 1954 wurde dann ein neuer Vorstand gewählt.

 

 

 

Am 19.07.54 wurde ein neues Luftgewehr angeschafft. Am 27.07.1954 wurde mit einem Preisschießen im Jugendheim Kelberg der Schießsport wieder eröffnet.

 

Die Mitgliederzahl wuchs stetig von Jahr zu Jahr.

 

Am 11.Mai 1958 wurde der Schießstand eingeweiht und an Fronleichnam 1958 erstmals wieder ein Schützenkönig aus geschossen. Am 5. März 1967 wurde unser Mitglied Heinrich Braun bei der

 

Delegiertentagung des Bundes Maria Laach zum Bezirksbundesmeister gewählt.

 

 

 

In 1967-68wurde der Schießstand im Blockhausstil neu ausgebaut und damit die Voraussetzung zur Austragung des 42. Bezirksbundesfestes geschaffen.

 

 

 

Im Januar 1983 wurde beschlossen, dass ein Schützenkönig erst nach 5 Jahren zum Königsschießen wieder antreten kann.

 

Am Patronatstag 1983 wurde die Statue des Hl. Sebastian, gestiftet von Schützenbruder Theo Schmitt in der Kirche aufgestellt. In 1984 hat die Bruderschaft, die am Fuße des Schwarzenbergs stehende Ruine eines Hl. Häuschens abgerissen und durch ein neues zu Ehren des Hl. Antonius errichtet.

 

 

 

An Fronleichnam 1986 erreichte mit Marliese Zimmer zum erstenmal in der Vereinsgeschichte ein Frau die Königswürde.

 

 

 

1989 erreicht mit Jürgen Schäfer zum ersten Mal in der Geschichte der Bruderschaft Kelberg und des Landkreises Daun ein Schütze die Würde des Diözesankönigs, der Diözese Trier. Zum 7. Diözesankönigsfest waren über 500 Schützen angereist. Die Spendenaktion des Diözesankönigspaares, unter der tätigen Mithilfe von Brudermeister Vinzenz Theisen, Bürgermeister Karl Häfner und allen Mitgliedern erbrachte 18.000 DM für soziale Zwecke.

 

 

 

Eine, von der Bruderschaft durchgeführte Kleidersammlung wurde aufgearbeitet, sortiert und säuberlich in der Schützenhalle bereit gelegt. Eine große Anzahl von Flüchtlingen die ohne jede Habe über die Grenze gekommen waren und in der Verbandsgemeinde Kelberg untergebracht wurden konnten sich hier bei Kaffee und Kuchen fürs notwendigste Einkleiden. Den Dank und die Freude die wir bei dieser Aktion erfahren haben war für alle Schützen Ansporn die Aktion Menschen in Not zu unterstützen. Am 24.03.1990 übergab unser Diözesankönigspaar im Rahmen der Aktion „Menschen in Not“ Eine Spende von 3,5 to Lebensmittel an einen Hilfstransport nach Rumänien.

 

 

 

Der Erlös des Dorfmeisterschaftsschießens vom 29.04.1990 wurde der behinderten Rollstuhl-Sportgruppe-Hillesheim zur Verfügung gestellt.

 

              

 

Am 28.04.91 bestreitet eine Abordnung von Schützen auf dem Sportfest der Rollstuhlsportgruppe Hillesheim im Rollstuhl fahrend ein Basketballspiel gegen den Gastverein, das trotz mehrerer Strafwürfe mit 7:0 endete. Im 400 m Bahnfahren im Rollstuhl erreichten die Schützen Siege und wurden für Ihre Leistungen mit Ordenplaketten bedacht.

 

 

 

Vom 16. bis 18. Mai 1992 feierte die Bruderschaft Ihr 60. Stiftungsfest und die 363. Wiederkehr der erstmaligen Gründung. Bei diesem Fest wurde während des Festgottesdienstes die neu angeschaffte Fahne gesegnet und vorgestellt. Sogar der Hochmeister Prinz Hubertus Sain zu Wittgenstein war mit Gattin und jüngstem Sohn angereist um mit uns dieses Fest zu feiern.

 

 

 

Leider haben sich die Zeiten, in denen die Schützenbruderschaft mit Ihrem Motto „Glaube Sitte Heimat“ ein guter Ansprechpartner auch für Jugendliche war erheblich geändert.

 

Heute muss sich die Bruderschaft unter der Leitung von Marga Kinner deutlich anderen Herausforderungen stellen. Moderne Medien und ein Vertauensverlust in Kirchen sowie eine Abkehr von den traditionellen Werten unserer Gesellschaft und eine unverkennbare Überalterung stellen die Bruderschaft vor enorme Herausforderungen.

 

Diesen Herausforderung nimmt sich der aktuelle Vorstand um Marga Kinner, Jürgen Schäfer, Norbert Saxler, Martin Theisen, Holger Hagerhoff, Hans-Peter Ulbricht, Simone Sölter, Klaus Kinner, und Gilber Blockeel, mit großem Engagement an.

 

Mit der sehr erfolgreichen Neugründung einer Bogenschützengruppe 2016, die aktuell von Ludwig Braun und Jutta Marzi geführt wird nimmt die Mitgliederzahl wieder erfreulich zu.

 

 

 

Sollte dieser Bericht ihr Interesse geweckt haben sich der Bruderschaft St. Sebastianus Kelberg 1629 e.V. anzuschließen laden wir Sie gerne dazu ein. Egal ob Sie sich im Schießsport (Kleinkalieber oder Luftgewehr, im Bogenschießen) oder innerhalb der Bruderschaft und ihrer sozialen Ausrichtung engagieren wollen scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen. Der aktuelle Kontakt ist Marga Kinner 02692/1897, oder www.schuetzenbruderschaft-kelberg.de